Donnerstag, 14. April 2022

Willkommenscafe für ukrainische Flüchtlinge

Bild: Caroline Jakobi

Böhl. „Was? Hier gibt es schon Flüchtlinge?!“, so die Reaktion als wir von unserem ersten geplanten „Ukraine-Cafe“ am 26. März erzählten.

Willkommenscafe für ukrainische Flüchtlinge im Pfarrheim Böhl

„Was? Hier gibt es schon Flüchtlinge?!“, so die Reaktion als wir von unserem ersten geplanten „Ukraine-Cafe“ am 26. März erzählten. Sie wohnen bereits mitten unter uns, oft ganz unbemerkt: Zum Beispiel bei Familien, die ihr Bad mit ihnen teilen, bei einer Arztpraxis oder auf einem landwirtschaftlichen Hof. Bei Gastgebern, die mitunter eine Stunde vorher gesagt bekommen haben, sie sind da. Bei uns sind es überwiegend Frauen mittleren Alters mit eher jugendlichen Kinder, wenige ältere Menschen oder welche mit Erkrankungen, die eine besondere medizinische Versorgung erforderlich machen. Auch Hunde haben zwei Familien dabei.

Alle haben sich gefreut, als sie hörten, dass es eine Möglichkeit im Böhler Pfarrheim geben wird, sich kennen zu lernen. Und sie kamen, mehr als gedacht und mit jedem Treffen werden es mehr. Die Unsicherheit und Angespanntheit löst sich von mal zu mal. Sie merken, sie sind hier in Böhl-Iggelheim nicht allein. Wir erleben, wie dankbar die Flüchtlinge sind, in ihrer Sprache sprechen und ihre Sorgen teilen zu können. Unsere Cafes sind nicht nur emotional sehr bewegend, sondern sie bewegen auch informativ sehr viel. Die Gastgeberfamilien können sich unkompliziert kennenlernen und austauschen. Sprachbarrieren werden gebrochen, da eine in Böhl „einheimische Ukrainerin“, Lilia Münch, direkt übersetzen kann. Claudia Bollenbach, Besitzerin eines Second-Hand-Ladens, besorgt quasi auf Zuruf über Nacht alles nur Denkbare. Netzwerke werden gesponnen: „Was der eine nicht weiß, weiß der andere“.

Überwältigend ist auch die Spendenbereitschaft, egal ob Sach- oder Geldspenden. So hat der Musikverein Musketiere bei seinem Konzert ca. 300 € für unsere ukrainischen Böhl-Iggelheimer gesammelt und an uns weitergegeben. Die Landfrauen, Myrtha Fasderness und Silvia Strobl haben uns bei unserem zweiten Cafe tatkräftig mit Kuchen und anderen Leckereien unterstützt. Zu sehen wie üppig die Teller der Flüchtlinge beladen sind, mit welch freudigen Augen die Kinder die Schokolade genießen und die Frauen sich bedanken, seit langem mal wieder mit einem Gläschen Sekt verwöhnt zu werden. Das ist unbeschreiblich, macht demütig und dankbar.

 

Für den Gemeindeausschuss Böhl

Christine Baßler, Tel. 979 262

Roswitha Buschulte, Tel. 971 880

Judith Lintl, Tel. 0179 5467104

 

Gerne können Sie uns kontaktieren, wenn auch Sie helfen wollen.