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Donnerstag, 23. April 2020

Damit nicht alles bleibt, wie es war

Bild: Martha Gahbauer, In: Pfarrbriefservice.de

Um zu einer „neuen Normalität“ zu finden, braucht es den Blick zurück

Spüren Sie es auch? Seit einigen Tagen hat sich die Stimmung in den Medien verändert. Wo vor einigen Wochen über exponentielles Wachstum, Fallzahlen und Verschärfung geschrieben und gesprochen wurde, tauchen plötzlich Formulierungen wie „vorsichtiger Optimismus“, „Lockerung“ oder „Exit-Strategie“ auf. Das Corona-Gespenst schwebt weiterhin über uns, aber gleichzeitig mehren sich die Zeichen dafür, dass es jetzt dran ist, über die Zeit nach dem Lockdown nachzudenken. Viele wichtige Stimmen mischen sich da mit ihren Meinungen ins Konzert der Ratschläge; fast alle sind sich einig, dass das Nachher der Krise in der Gesellschaft anders sein muss als das Vorher, dass es eine „neue Normalität“ geben muss.

Die große Diskussion über die Werte und die Zukunft unseres Zusammenlebens als Gesellschaft sind wichtig. Viel spannender aber finde ich die Frage, wie eine neue Normalität für mich persönlich aussehen kann. Diese Ausrichtung auf die Zukunft braucht jedenfalls auch einen Blick in die vergangenen Wochen. Das erfordert etwas Überwindung, weil da vielleicht auch schwierige Momente dabei sind. Das können Phasen der Langeweile oder der schmerzlichen Trennung von wichtigen Personen in Ihrem Leben sein. Womöglich sind aber auch schöne erste Male dabei, die aus der Not entstanden sind. Mir fällt dabei das Osterfrühstück mit meinen Eltern, fünf Geschwistern und Nichten und Neffen ein, das wir dieses Jahr zum ersten Mal über Zoom (=Internetplattform für Videokonferenzen, Anm. d. Red.) gemacht haben. Weil wir alle sehr weit voneinander entfernt wohnen, sehen wir uns als Gruppe nur selten, aber mir wurde noch einmal deutlicher bewusst, dass das nicht so sein muss. Das könnte also ein Format werden, das uns als Familie hilft, Zeit miteinander zu verbringen und zusammen zu wachsen.

Vielleicht lohnt es sich ja auch für Sie, in diesem Übergang noch einmal zurückzuschauen auf die inneren und äußeren Ereignisse in Ihrem Leben. Eine Leitfrage für diesen Rückblick wäre zum Beispiel: Zeigt sich aus meinen Erfahrungen etwas, das mir hilft und was ich brauche, um in Glaube, Hoffnung, Liebe und Frieden in Gott zu wachsen, und was heißt das für meine neue Normalität?

 

Bleiben Sie im Guten und wachsen Sie in der Liebe,
Ihr Gerald Baumgartner SJ

 

Quelle: Jesuiten.org: Newsletter – Ignatianische Nachbarschaftshilfe, In: Pfarrbriefservice.de

 

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