Letzte Ölung

Ein Blick auf die Geschichte der Krankensalbung

Im Hochmittelalter wurde die Krankensalbung häufig als „Letzte Ölung“ bezeichnet, da sie meist nur einmal im Leben, kurz vor dem Tod, empfangen wurde. Die Anweisung, dass „wenigstens den Sterbenden“ die Krankensalbung gewährt werden solle, führte häufig zu dem Missverständnis, sie ausschließlich Sterbenden zu spenden. Das Zweite Vatikanische Konzil bemühte sich, die ursprüngliche biblische Bedeutung der Krankensalbung wieder stärker ins Bewusstsein zu rücken. In den Evangelien zeigt Jesus großes Mitgefühl für Kranke und Ausgegrenzte, und der Jakobusbrief beschreibt die Krankensalbung als eine Handlung, die Heilung und Stärkung bringen soll: „Ist jemand unter euch krank? Der rufe die Ältesten der Gemeinde, sie sollen über ihn beten und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben. Das Gebet des Glaubens wird den Kranken retten, und der Herr wird ihn aufrichten; wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben.” (Jak 5, 14-15). Diese biblische Grundlage verdeutlicht, dass die Krankensalbung nicht als „Letzte Ölung” im Sinne einer letzten Begleitung vor dem Tod verstanden werden sollte, sondern als ein Zeichen der Heilung und der Stärkung für alle Gläubigen in Zeiten schwerer Krankheit oder Bedrängnis, auch bei psychischen Belastungen oder vor Operationen.

Heute können Katholiken die Krankensalbung mehrmals im Leben empfangen, um Trost und Kraft zu erfahren. Dies unterscheidet sich vom „Versehgang“, bei dem ein Priester am Sterbebett die Beichte, die Krankensalbung und die Kommunion („Wegzehrung“) spendet, um den Sterbenden auf den Übergang ins ewige Leben vorzubereiten. Am jährlichen Welttag der Kranken am Mittwoch, 11. Februar, können Sie die Krankensalbung im Rahmen der Heiligen Messe, 16:00 Uhr, in Niederkirchen empfangen.

Fragen Sie gerne auch ihren kranken Nachbarn oder Nachbarin!

Sterbesegen

Segen ist ein Zeichen der Gegenwart Gottes. Segen heißt, einen Menschen Gott anvertrauen. Wer segnet, glaubt, dass Gott sich diesem Menschen zuwendet. Für die Situation des Lebensendes heißt das: Alles, was das Leben der sterbenden Person ausmacht, möge bei Gott ein gutes Ende finden, mit Jesus Christus zur Auferstehung gelangen.

Bei diesem Segen wird das gelebte Leben in den Blick genommen. Dieses einmalige Leben wird "leibhaftig" gewürdigt; es wird gesegnet mit dem Kreuzzeichen, das von den meisten Menschen als Grundgeste des Glaubens begriffen wird. Selbst wenn die Worte am Ohr vorbeigehen, wird das Zeichen erlebt.
Das Kreuzzeichen kann auf Stirn und beide Hände im Verlauf des Segens gezeichnet warden.

Bei den Schlusszeilen können beide Hände der sterbenden Person umfasst werden, um so den Zuspruch "Gott sende dir seinen Engel entgegen..." zu unterstreichen.

Wenn der Sterbesegen gespendet werden soll, wenden Sie sich bitte an das Pfarrbüro

(Tel. 06324 2148)